Olympische Winterspiele 2026

Es herrscht eine zunehmende Besorgnis über die (Umwelt)Kosten der Bautätigkeit und des Kunstschnees für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand Cortina.

„In vier Jahren schießen und laufen die Biathleten in Antholz um Edelmetall. Geht es nach dem Coni, sollen alle Südtirolerinnen und Südtiroler mitfeiern. Und das nachhaltig.“

Aus dem Artikel: Tabarelli: In Südtirol soll Olympiastimmung aufkommen – TGR Tagesschau.

Um einer nachhaltigen Gestaltung der in Antholz ausgetragenen Disziplin gerecht zu werden, soll viel auf die Schiene verlegt werde, laut Coni-Landeschef Alex Tabarelli. Allerdings ist die Verlegung der Anreisenden auf die Schiene, nur eine Lösung für einen der vielen Kritikpunkte, die von Verbänden geäußert wurde. Von erneuter Umweltzerstörung und Ressourcenverschwendung für ein Event, das lediglich 2 Wochen dauert, war die Sprache.
Zudem kommen noch umstrittenere Bauprojekte dazu, wie die Reaktivierung, Vergrößerung und Modernisierung der Bobbahn in Cortina mit Kosten von mindestens 60 Millionen Euro, obwohl es kostengünstigere und umweltschonendere Alternativen gäben würde laut Internationaler Alpenschutzkommission CIPRA. Der Vorschlag verschiedener Verbände war, die Innsbrucker Bahn für die Olympischen Spiele zu nutzen. Es folgte Kritik an den Plänen rund um Sportstätten von Umweltverbänden. Die Kritik bezog sich auf die kurze und limitierte Nutzung der Infrastrukturen und, dass diese inmitten der UNESCO-Welterberegion Dolomiten gebaut werden müsste. Zudem beschäftigte sich die Kritik mit dem finanziellen Defizit, dass es nicht nur in der Region Venetien geben wird:

„Diskutiert wird lediglich die Höhe des Defizits, wobei die offiziellen Prognosen zwischen 500.000 und einer Million Euro pro Jahr liegen. In der Zwischenzeit werden die Umstrukturierungskosten auf rund 80 Millionen geschätzt.“

Aus dem Artikel: Olimpiadi 2026: perché Bolzano ha firmato l’impegno a coprire i deficit della nuova pista di bob di Cortina?

In einem offiziellen Schreiben, das Teil der bewerteten Unterlagen über die Vergabe des olympischen Austragungsortes 2026 ist, verpflichten sich die Provinzen Bozen und Trient formell, sowohl die Verwaltung der Anlage nach den Olympischen Spielen zu übernehmen und sich an der Deckung des Defizits zu beteiligen.
Die Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele 2026 schreiten voran. Am 27. Oktober hat sich das Olympische Landeskoordinierungskomitee zur ersten Sitzung getroffen, unter dem Vorsitz von LH Kompatscher. Zudem wurde noch eine Infrastrukturgesellschaft „Infrastrutture Milano Cortina 2020-2026 S.p.A.“ gegründet.

Hingegen, laut Empfehlungen der CIPRA sollten weitaus weniger Disziplinen und Personen direkt vor Ort miteinbezogen werden und nur in klimatisch geeigneten Gebieten der Welt in schon bestehenden Sportanlagen stattfinden.

Die Art und Weise der Austragung olympischer Winterspiele muss drastisch überdacht werden, angefangen bei all den überdimensionierten Infrastrukturbauten. Wenn das jetzt nicht gelingt, sollte der Alpenraum (dafür) nie wieder in Betracht gezogen werden

Vanda Bonardo, Präsidentin von CIPRA Italien

Steigende Temperaturen bedrohen die Zukunft der Olympischen Winterspiele.
Laut Studien könnte die globale Erwärmung bis zu zwei Drittel aller Skigebiete in den Alpen gefährden. Wie unten im Bild veranschaulicht wird, wäre nur einer der 21 bisherigen Austragungsorte in der Lage, die Spiele in Zukunft (2050) zuverlässig auszurichten, wenn die globalen Treibhausgasemissionen auf ihrem derzeitigen Kurs bleiben. Diese Studie warnte vor den Auswirkungen auf die Wasserversorgung und die lokale Ökologie, wenn versucht wird, mit Schneekanonen den Rückgang der Schneefallgrenze aufzuhalten.

Bilder zur Studie über die Szenarien mit geringeren und hohen Emissionen:

2050

Kein Sport kann sich den Auswirkungen des Klimawandels entziehen!

Quelle: Scott et al. (2022). „Klimawandel und die Zukunft der Olympischen Winterspiele: Perspektiven von Athleten und Trainern

Nicht nur Athleten sind besorgt über die Auswirkungen, die eine Klimaerwärmung auf die Schneesportwettbewerbe haben wird. Deshalb hier Artikel über die voraussichtlichen Probleme bei Olympia 2026:

Olympia 2026: Muss Südtirol die laufenden Kosten und das Defizit der verheerenden Bobbahn in Cortina mitübernehmen?

Für die Olympischen Winterspiele 2026 wollen Zaia, Präsident der Region Venetien und Ghedina, Bürgermeister von Cortina ihr Prestigeprojekt forcieren: die Reaktivierung und Aufwertung der Bobbahn „Monti“. Gegen dieses kostspielige und zerstörerische Projekt wurde am 24. Oktober mit der “marcia contro l’assalto alle Dolomiti”, organisiert von Umwelt- und Alpenverbänden, heftig protestiert.“

Le Olimpiadi del cemento

I giochi di Pechino passeranno alla storia come la competizione più insostenibile di tutti i tempi. Ma le preoccupazioni ambientaliste riguardano anche Cortina 2026.

“Olympia“straße in Toblach

Daher folgende Fragen an die Landesregierung:
Aus welchen Gründen wurde das jetzige Bauprojekt in dieser Form genehmigt?
Wann wird das endgültige technische Gutachten einschließlich Folgekosten vorliegen?
Wie hoch sind die Gesamtkosten und wer übernimmt Zusatzkosten über 13 Millionen Euro?
Wie viel Wald wird – in Relation zur Länge der neuen Zufahrtsstraße – dem Projekt weichen müssen?
Aus welchem Grund und vor allem wie soll die „Hohe Straße“ umfahren werden?
Wie will man die Handwerkerzone „Öden“ besser einbinden?