Speakers‘ Corner

Speakers’ Corner haben eine lange Tradition: ursprünglich als subversiver Akt gelebter Meinungsfreiheit organisiert, der zurückgeht auf das Viktorianische England, will das Team des Speakers’ Corner am 31.1.2024 am Bozner Magnago-Platz (Tag der Landesregierungs-Wahl), symbolisch darauf verweisen, dass Meinungsfreiheit im italienischen Faschismus und in von rechtskonservativen Kräften regierten Gesellschaften nie hochgehalten wird. Ob diese nun Fratelli d’Italia, Lega oder Freiheitliche heißen und heute in der Südtiroler Landesregierung mitgestalten.

Climate Action South Tyrol bangt um die Klimapolitik der zukünftigen Regierung und unterstützt daher die verschiedenen Protestaktionen. Zudem erkennen wir an, dass eine ökosoziale Gesellschaft, die Klimaneutralität und Klimagerechtigkeit anstrebt, nur gemeinsam zu erreichen ist. Nur dann, wenn die verschiedenen ökonomischen und sozialen Probleme gemeinsam mit den ökologischen gedacht werden und intersektionelle Lösungen gesucht und gefunden werden.

 

Klimaaktivismus steht daher im Schulterschluss mit:

  • Demokratie! Immer wieder hört man von Ökodiktatur sprechen. Manche zitieren sie als Schreckgespenst, andere liebäugeln mit ihr als einzige Lösung, die Klimakrise zu bekämpfen. Für uns ist klar: allein mehr Demokratie wird helfen, die Klimakrise zu lösen, denn Transparenz und Partizipation stellt sicher, dass Bürger*innen sich am Wandel beteiligen und ihn mittragen. Deshalb tragen wir auch das Toblacher Demokratie-Manifest mit.

  • Antirassismus! Die Migrationsthematik ist zurzeit wahlbestimmend, da insbesondere rechte Parteien Angst vor Migrant*innen schüren, um Wählerstimmen zu gewinnen. Die übliche opportunistische Sündenbockpolitik, die von den eigentlichen Problemen ablenkt. Je schlimmer die Klimakrise wird, desto mehr Menschen werden ihre Heimat zwangsläufig verlassen müssen. Gute Klimapolitik hilft also auch, Migrationsnot zu reduzieren. Industrienationen wie die unsere tragen dabei die Hauptverantwortung.

  • Soziale Gerechtigkeit! Nicht von ungefähr skandieren wir auf Demos „What do we want? Climate Justice!“ Darin steckt die unmissverständliche Bekenntnis zu sozial gerechten Klimamaßnahmen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinadner und das schlägt sich auch auf Emissionen und damit der Verantwortung für die Klimakrise nieder. Klar ist auch, dass unter den Folgen der Klimakrise insbesondere die gesellschaftlich ärmeren Schichten leiden werden.

  • Friedensaktivismus! Krieg und Militär verursachen besonders viele Emissionen, deshalb ist Friedensaktivismus auch Klimaaktivismus. Umgekehrt wird die Zunahme von bewaffneten Konflikten um Ressourcen wie Wasser wahrscheintlicher, durch die voranschreitende Klimakrise.

  • Femminismus! Nicht nur sind im globalen Schnitt Frauen stärker von den Folgen der Klimakrise betroffen, sondern gerade Ideen und Ansätze der femministischen Klimagerechtigkeit können uns aus der Krise führen.

Rund 30 mutige Bürger*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen haben sich am 31. Januar auf dem Silvius-Magnago-Platz eingefunden, um ihre Bedenken über die rechten deutschen und italienischen Parteien zu äußern, mit denen die SVP in Koalition getreten ist. In einem siebenstündigen Redemarathon wurden alle gesellschaftlich relevanten Themen angeschnitten, von Klimakrise über die rassistische Migrationspolitik, den Feminismus und die LGBTQIA+ Bestrebungen bis hin zur sich zuspitzenden Schere zwischen Arm und Reich.

Im Folgenden findet ihr einen Auszug der Redebeiträge, die sich von Climate Action South Tyrol haben inspirieren lassen und einen poetischen Audio-Beitrag.

Wehret den Anfängen und die Anfänge sind JETZT!

Die peinlichste Landesregierung aller Zeiten
– Evi Keifl

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Das Wort KlimaKRISE kann man auch Grundschüler*innen erklären und Toleranz und Respekt kann man in jedem Wörterbuch nachschlagen.

Ich bin 18 und oft zu müde zum Diskutieren
– Sophia Steinegger

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Die Populisten wollen uns einreden, dass Erhalt von Freiheit und der Kampf gegen den Klimawandel sich gegenseitig ausschließen.

Klimakrise, wir die Süchtigen nach fossilem Stoff
– Johannes Engl

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Als Südtiroler Bürger*innen haben wir noch klare Erinnerungen an die unselige Zeit des Faschismus und dessen brutale Maßnahmen wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Art
von “Höher, weiter schneller” zum “Sanfter, tiefer, langsamer”
– Christine Baumgartner

Ein poetischer Beitrag von Lene Morgenstern

Bleib dran!
Bald gibt es noch mehr spannende Inhalte auf der offiziellen Website von No Excuses die wir hier verlinken werden.