Wie hängen unsere Ersparnisse, das Finanzsystem und die Klimakrise zusammen? Und vor allem: Wie kann Geld Teil der Lösung werden – statt Teil des Problems zu bleiben? Diesen Fragen widmete sich die Veranstaltungsreihe „Nachhaltige Finanzen“, organisiert von Climate Action South Tyrol in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und der Freien Universität Bozen-Bolzano.
In drei öffentlichen Veranstaltungen 2025 wurden unterschiedliche Ebenen des Finanz- und Wirtschaftssystems beleuchtet – von Banken über Pensionsfonds bis hin zu gemeinwohlorientierten Wirtschaftsmodellen in Südtirol.


Auftakt: Finanzindustrie & Klimagerechtigkeit (23. Oktober 2025)
Den Start machte eine Podiumsdiskussion zur Rolle der Finanzindustrie in der Klimakrise. Im Fokus standen Investitionen in fossile Energien und deren soziale wie ökologische Folgen. Gleichzeitig wurden konkrete Wege aufgezeigt, wie Kapitalströme in eine gerechte und nachhaltige Transformation gelenkt werden können.
Nach einer Einführung von Simone Ogno (ReCommon), der investigative Recherchen zu klimaschädlichen Bankinvestitionen vorstellte, diskutierten Expert:innen und Journalist:innen unter der Moderation von Valentina Gianera über Verantwortung, Transparenz und Handlungsmöglichkeiten.
Beiträge von Oikocredit, Valori.it und unabhängigen Medienschaffenden machten deutlich: Desinvestition, ethische Geldanlagen und informierte Entscheidungen sind zentrale Hebel für Klimagerechtigkeit – auf institutioneller wie individueller Ebene.
Pensionsfonds: Wo landen unsere Ersparnisse? (28. November 2025)
Der zweite Termin widmete sich einem Thema, das viele betrifft, aber selten hinterfragt wird: Pensionsfonds und ihre Klimawirkung.
Eugenio Quarti (Laborfonds) erklärte den Aufbau des regionalen Pensionssystems und zeigte auf, wie Sicherheit, Kontrolle und ethische Kriterien miteinander vereinbar sind.
Marco Calgaro (Medici per l’Ambiente – ISDE) berichtete von erfolgreichen Kampagnen zum Desinvestieren großer Pensionsfonds aus fossilen Energien und machte deutlich, wie zivilgesellschaftlicher Druck reale Veränderungen bewirken kann.
Die Veranstaltung bot einen praxisnahen Einblick in die Frage, wie langfristige Vorsorge und Klimaschutz zusammengehen können – und warum Pensionsfonds eine Schlüsselrolle in der Energiewende spielen.
Gemeinwohl & Ökonomie: Positive Beispiele aus Südtirol (17. Dezember 2025)
Den Abschluss bildete ein Abend zu alternativen Wirtschaftsmodellen, die bereits heute funktionieren.
Dr. Elisabeth Gsottbauer, Umweltökonomin und Leiterin des Kompetenzzentrums Nachhaltigkeit der UniBz, führte in die Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie ein und ordnete deren Bedeutung im aktuellen sozio-ökologischen Kontext ein.
Anschließend stellten drei Südtiroler Initiativen ihre Arbeit vor:
- B*Coop / INSIST-Netzwerk (Alexander Nitz)
- Kaleido, ein genossenschaftliches Wohnprojekt (Patrick Unterkircher)
- Steineggerhof, ein nachhaltiges Bio- und Veganhotel (Sonja Resch)
Sie zeigten, dass gemeinschaftsorientiertes, ökologisch verantwortungsvolles Wirtschaften nicht nur Theorie ist, sondern konkret vor Ort umgesetzt wird.

