Der Protest gegen die neue Stadtpolizeiordnung – Warum wir handeln
Seit März 2025 gilt in Bozen eine neue Stadtpolizeiordnung, die es verbietet, sich auf den Boden zu setzen oder auf Bänken hinzulegen. Für Bozen Fiorisce ist diese Vorschrift mehr als Bürokratie: Sie greift das Herz der Gemeinschaft an. Unsere Plätze müssen einen lebendigen, inklusiven und solidarischen öffentlichen Raum, in dem alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können, unabhängig von Alter, sozialem Status oder Herkunft sein.

Wir handeln, weil öffentlicher Raum kein Luxus, sondern ein Gemeingut ist. Die neuen Regeln treffen besonders jene Menschen, die ohnehin wenig Platz und Sichtbarkeit haben: Jugendliche, armutsbetroffene Menschen, Obdachlose. Sie gefährden demokratische Teilhabe, Meinungsfreiheit und ein respektvolles Zusammenleben in unserer Stadt.
Unser Protest ist klar: Wir setzen uns hin, wir legen uns hin und wir bleiben da. Wir wollen eine Stadt für alle – lebendig, solidarisch und inklusiv. Dabei richten wir uns nicht gegen Ordnung um ihrer selbst willen, sondern gegen eine Politik der Ausgrenzung, die soziale Probleme unsichtbar machen will, statt sie zu lösen
Was ist eine Stadtpolizeiordnung?
– und warum diese Änderungen problematisch sind.
Die Stadtpolizeiverordnung (SPVO) ist ein lokalrechtliches Regelwerk, das das öffentliche Leben im Gemeindegebiet Bozens regelt. Sie definiert, welches Verhalten im öffentlichen Raum erlaubt ist, welche Strafen bei Verstößen drohen und wie die Stadt Ordnung aufrechterhält.
Formal wird die Verordnung vom Gemeinderat beschlossen, die Entwürfe stammen meist aus der Stadtverwaltung, insbesondere aus der städtischen Polizeiabteilung. Sie basiert rechtlich auf dem Kommunalgesetz (Gesetzesdekret Nr. 267/2000, Testo Unico degli Enti Locali) und auf dem Autonomiestatut der Gemeinde.
Verstöße gegen die SPVO können Bußgelder, Wegweisungen oder die Beschlagnahme von Gegenständen nach sich ziehen. Die Stadtpolizei hat dabei weitreichende Befugnisse: Sie kann Identitäten feststellen, Strafen bis zu 1.000 € verhängen, Gegenstände wie Flugblätter oder Musikinstrumente einziehen und Personen per Daspo urbano zeitweise oder dauerhaft aus bestimmten Zonen ausschließen. Unabhängige Kontrollmechanismen existieren nicht.
Zwar gelten die Regeln auf dem Papier für alle, doch ihre Wirkung ist höchst ungleich: Besonders Jugendliche, armutsbetroffene Menschen, Obdachlose, Migrant*innen oder politische Bewegungen werden überproportional getroffen. Ihre bloße Präsenz im öffentlichen Raum wird schnell kriminalisiert und damit aus der Stadt verdrängt.
Das Grundproblem liegt im Verständnis von öffentlichem Raum, das der SPVO zugrunde liegt. Statt ihn als gemeinsames Gut und Ort demokratischer Teilhabe zu begreifen, wird er so zu einem Ort der Kontrolle und des Ausschlusses verwandelt. Die Verordnung schreibt so eine Logik der Ausgrenzung fort: Sie schützt nicht das Miteinander, sondern vor allem das Recht auf ungestörte Nutzung durch jene, die ohnehin privilegiert sind.
Was die Verordnung regelt
Die Stadtpolizeiverordnung deckt viele Bereiche ab: von Lärm und Verkehr über Tiere bis hin zu Weihnachtsbeleuchtung. Den ganzen Text könnt ihr hier einsehen.
Die Stadtpolizeiordnung der Stadt Bozen wurde 2002 beschlossen und wurde über die Jahre mehrfach geändert und ergänzt, da sich Gesetze auf Staats- und Landesebene verändert haben. Im Provinzialkomitee für öffentliche Ordnung und Sicherheit wurden zusätzlich „spezifischer städtischer Sicherheitsbedürfnisse“ angesprochen, die in der Ergänzung der zwei neuen Artikel münden.
In diesem Kontext ist für uns ist der Artikel 3 am wichtigsten.
Seit 2021 sind unter anderem folgende folgende Änderungen hinzugekommen: Artikel 3, Abschnitt 7, Abschnitt 8, Abschnitt 9, Abschnitt 10 und Abschnitt 11.
Art. 3 Schutz des Stadtbildes und des öffentlichen und privaten Gutes
Zudem wurden die Stadtbereiche, die „von besonderer Bedeutung“ sind und für die Platzverweise ausgesprochen werden können, erweitert. Sie umfassen nun neben:
- Waltherplatz
- Pfarrplatz
- Grieser Platz
- Anne-Frank-Platz
- Ortlerstraße
- Mazziniplatz
- Bahnhofsplatz
- Bahnhofsallee
- Bahnhofspark
- Alcide-Berloffa-Park
- Freiheitsstraße
- Rittner Straße
- Garibaldistraße
- Südtiroler Straße
- Perathonerstraße
- Verdiplatz
- Kapuzinergasse
- Kapuzinerpark
- Kapuzinerpark
- Siegesplatz
- Park am Siegesdenkmal
- Nazim-Hikmet-Passage
- Anita-Pichler-Platz
- Nicolò-Rasmo-Straße
auch zusätzlich die Orte:
- Obstplatz
- Trienterstraße
- Mignonepark
- IV.-November-Platz
- Garten der Religionen
für die in Art. 3 der Gemeindeordnung über den Handel auf öffentlichen Flächen angeführten Flächen
- für Kindergärten, Schulen, Schulkomplexe (in einem Umkreis von 100 Metern ab der Türschwelle) und deren Zubehörflächen;
- für Krankenhäuser, Pflegeheime und Seniorenwohnheime (in einem Umkreis von 100 Metern ab der Türschwelle), inklusive Zubehörflächen und Parkplätze
Was ist ein Platzverweis?
In Bozen dürfen Polizei, Carabinieri und städtische Ordnungsbehörden sogenannte Platzverweise aussprechen. Diese seit 2017 gesetzlich verankerte Maßnahme ermöglicht es, Personen, deren Verhalten als potenziell strafbar gilt, den Zugang zu bestimmten Orten oder Stadtteilen bereits präventiv zu untersagen. Bei wiederholten Verstößen kann das Verbot bis zu einem Jahr dauern, bei Missachtung droht sogar eine Freiheitsstrafe.
Platzverweise treten in der Regel sofort nach ihrer Bekanntgabe in Kraft, eine richterliche Anordnung ist nicht erforderlich. Die Kriterien für ihre Erteilung sind nicht eindeutig definiert, was Raum für Willkür lässt. Vor allem sozial schwächere Gruppen, wie Obdachlose, junge Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund sind von dieser Maßnahme betroffen. Auch das Verfahren, einen Platzverweis anzufechten, komplex und für die Betroffenen oft schwer zugänglich.
Warum die Neue Stadtpolizeiordnung?
Mit der Begründung das Regelwerk für die Bürger*innen transparenter und für die Verwaltung klarer handhabbar zu machen, wollte der Gemeinderat, alle bisherigen Änderungen in einem neuen, einheitlichen Text zusammenzuführen.
Was bisher geschah
18. März 2025
Änderungen An Stadtpolizeiverordnung

18. März 2025
Cologna und Brancalione (TK) stellen Änderungsantrag

Noch am selben Tag stellen Matthias Cologna und Thomas Brancalione vom Team K einen Ädnerungsantrag. Sie fordern die Abänderung bzw. Streichung der Abschnitte 7 und 11 des Artikel 3 und eine Änderung des Abschnitts 3 des Artikels 4, der sich mit dem Abstellen von Fahrrädern beschäftigt.
Den ganzen Gesetzestext könnt ihr hier einsehen.
27. März 2025
Verbot angeblich nur ein Versehen?

Laut damaligen Bürgermeister Caramaschi wurde das Verbot des Sitzens und Liegens bei der Abstimmung versehentlich übersehen.
Mehr Infos Bildquelle: Rai Tagesschau05. April 2025
Via dante Collective – More than a Bench

Via Dante Collective veranstaltet eine Kunstaktion zu dem Verbot und den Vorteilen von öffentlichen Bänken. Mehr Infos
28. April 2025
Hinsetzen. Hinlegen. Dableiben.

Studierende des Eco-Social Design Masters der Uni Bozen initiieren gemeinsam mit Bozen Fiorisce den ersten Flashmob gegen das Hinsetz-Verbot.
Mehr Infos28. April 2025
Bozen Discute

Bozen Fiorisce veranstaltet eine Podiumsdiskussion mit den Kandidat*innen der Bürgermeister*innenwahl.
Mehr Infos04. Mai 2025
Gemeinderatswahlen in Bozen

52,2% der Bozener Wahlbeteiligten gingen zur Wahl.
Mehr Infos18. Mai 2025
Stichwahl des Bürgermeisters in Bozen

Bei der Stichwahl zwischen Juri Andriollo (PD) und Claudio Corrarati (FdI) sank die Wahlbeteiligung auf 42,8%. Mehr Infos
Bildquelle: Rai Tagesschau18. Mai 2025
Claudio Corrarati (FdI) wird Bürgermeister

Claudio Corrarati (FdI) wird mit 707 Stimmen Vorsprung neuer Bürgermeister Bozens. Er regiert nun ein rechtes Bündnis aus Oltre-Weiter (6 Sitze), Fratelli d’Italia (7 Sitze), Lega (2 Sitze), Forza Italia (2 Sitze) mit SVP (7 Sitze). Die Opossition bilden PD (6 Sitze), Grüne (4 Sitze), Team K (3 Sitze), La Civica Gennaccaro (6 Sitze) und Liste Andriollo (2 Sitze). Mehr infos
Bildquelle: radionbc.it29. Mai 2025
Corrarati versagt die Schirmherrschaft für den Südtirolo Pride

Mit der Ablehnung der Schirmherrschaft entzieht Corrarati dem Südtirolo Pride finanzielle Vergünstigungen und verweigert die politische Rückendeckung der Stadt. Mehr Infos
05. Juni 2025
Hinsetzten. Hinlegen. Dableiben. – Pride Edition

Die Studierenden der Unibz, Bozen Fiorisce und die Organisator*innen des Südtirolo Prides kooperieren für den Flashmob vor dem Rathaus. Mehr infos
19. Juni 2025
Angelo Gennaccaro (La Civica) tritt zurück

Trotz seines Amtes als Landtagsvizepräsident ließ sich Angelo Gennaccaro in den Gemeinderat wählen. Eine Doppelrolle ist gesetzlich ausgeschlossen, er trat das Mandat nach seinem Wahlerfolg daher gar nicht erst an. Mehr Infos
Bildquelle: Autonome Region Trentino-Südtirol19. Juni 2025
Anna Scarafoni (FdI) Tritt zurück

Auch Anna Scarafoni sitzt bereits im Landtag und stand daher nicht für eine Position im Stadtrat zu Verfügung. Auch sie musste daher nach der Wahl das Amt direkt wieder abgeben.
Mehr Infos Bildquelle: Alexander Alber14. Mai 2025
Hinsetzten. Hinlegen. Dableiben.

20. Juni 2025
Stadtrat Diego Salvadori (FdI) zitiert Goebbels

Joseph Goebbels, Minister für Propaganda der NSDAP, war einer der zentralen Architekten der NS-Propaganda, er schürte systematisch Hass und Akzeptanz für Gewalt und trug so direkt zur Verfolgung von Juden, Minderheiten und politischen Gegnern bei. Goebbels Worte befürworteten die Indoktrination vor der demokratische Mitbestimmung. Diego Salvadori teilte das Zitat auf Facebook um die Regenbogenfahne am NOI Techpark zu kritisieren. Auch der Account von Marco Galateo, Präsident von Fratelli d’Italia Südtirol versah den Post mit einem „Gefällt mir“. Mehr Infos Bildquelle: salto.bz
25. Juni 2025
Diegeo Salvadori tritt zurück

Bildquelle: Rai Tagesschau
27. Juni 2025
Roberto Zanin (FdI) tritt zurück

Bildquelle: Facebook
02. Juli 2025
Hinsetzten. Hinlegen. Dableiben. -Band Edition

Die Studierenden der Unibz veranstalten im Rahmen von Bozen Fiorisce erneut einen Flashmob vor dem Rathaus, um die neu antretenden Stadträte an ihre politischen Pflichten und die Erwartungen der Bürger*innen zu erinnern. Mehr Infos
02. Juli 2025
Gemeinderat nicht beschlussfähig

Für eine Stadtrats-Sitzung müssen mehr als die Hälfte der Ratsmitglieder anwesend sein, im Bozner Fall also 23. Nach den Rücktritten der letzten Wochen wurden die vakanten Positionen nicht sofort neu besetzt, zwei weitere Regierungsabgeordnete waren im Urlaub, sodass nur 19 Mitglieder anwesend waren. Die Opposition nutzte dies aus und blieb geschlossen fern, um ein politisches Zeichen zu setzen. Dadurch konnte keine Sitzung stattfinden, und der Änderungsantrag von Matthias Coogna zur Stadtpolizeiverordnung wurde nicht behandelt. Mehr Infos
04. Juli 2025
Nardo (La Civica) wechselt zu Forza Italia

Nachdem Nichtantreten von Angelo Gennaccaro rückte der erste Nicht-Gewählte seiner Liste nach, Manuel Nardo. Dieser wechselt jedoch zur mehrheitsbildenden Forza Italia und verschiebt so erneut die Verhältnisse. Ein Schritt, der nicht nur Fragen nach politischer Verlässlichkeit aufwirft, sondern auch den Wähler*innenwillen auf den Kopf stellt.
Mehr Infos Bildquelle: salto.bz15. Juli 2025
Hinsetzten. Hinlegen. Dableiben. -Sommer Edition

Die Studierenden der Unibz veranstalten im Rahmen von Bozen Fiorisce erneut einen Flashmob vor dem Rathaus in Bozen. Mehr Infos
15. Juli 2025
Verordnung wird abgeändert

10. September 2025
Obdachloser Signor Carlo wird aus der Stadt verwiesen

Fotoquelle: Heiko Schoberwalter/SALTO
Wie es weitergeht
Die bisherigen Änderungen der Stadtpolizeiordnung sind unzureichend. Wir fordern weiterhin die Rücknahme jener Bestimmungen, die Menschen aus dem öffentlichen Raum verdrängen, und eine Überarbeitung der Stadtpolizeiordnung im Dialog mit Bürger*innen. Bozens Plätze sollen Orte der Begegnung und des Zusammenhalts sein, nicht Zonen der Kontrolle.
Unsere Perspektive ist klar: eine Stadt, die auf Solidarität, Teilhabe und Vielfalt baut. Wir wollen Regeln, die Menschen schützen, statt sie unsichtbar zu machen.
Wir setzen uns hin, wir bleiben da – sichtbar, laut, entschlossen.
Mach mit, jede*r ist eingeladen, sich uns anzuschließen!
Unsere Aktionen im Detail
Hinsetzten. Hinlegen. Dableiben.
-Sommer edition
–15. Juli 2025–
Anlässlich der Gemeinderatssitzung, bei der der bereits mehrfach verschobene Änderungsantrag zur Stadtpolizeiordnung endlich auf der Tagesordnung stand, fand erneut ein Flashmob vor dem Rathaus statt. Die Teilnehmenden hatten passend zum Sommerwetter Strandhandtücher und Eiscreme dabei, um auf spielerische Weise auf die Bedeutung des öffentlichen Raums aufmerksam zu machen.
Bereits im März 2025 hatte Matthias Cologna (Team K) einen Änderungsantrag eingebracht, der die vollständige Aufhebung der Sitz- und Liegeverbotsparagraphen vorsah. Kurzfristig brachte Gabriele Repetto (Civica per Bolzano – Liste Corrarati) einen alternativen Antrag ein, der lediglich die Formulierung „[wenn] das gepflegte Stadtbild gestört wird“ ergänzte.
Vor der Änderung lauteten die Regelungen wie folgt:
Artikel 3, Absatz 7:
„Es ist untersagt, Sitzgelegenheiten, Parkbänke, Trinkwasserbrunnen, Spielgeräte, Abgrenzungselemente, öffentliche Beleuchtungsanlagen, Straßenschilder, Schilder mit Angaben von öffentlichem Interesse, Poller, Parkbügel und anderes Stadtmobiliar oder Gegenstände, die für öffentliche Dienste oder für die Allgemeinheit zweckbestimmt sind, zu entfernen, zu verschieben, zu beschädigen, zu beschmieren oder unsachgemäß zu verwenden. Es ist untersagt, sich auf Parkbänken oder anderem Stadtmobiliar, die für die Allgemeinheit zweckbestimmt sind, hinzulegen.“
Artikel 3, Absatz 9:
„Es ist untersagt, sich auf der Straße, auf Plätzen, Gehsteigen oder unter den Lauben auf den Boden zu setzen oder hinzulegen, denn das führt zu Behinderungen oder Störungen.“
Diese Bestimmungen galten ausnahmslos für die gesamte Stadt und für das gesamte der Allgemeinheit zugängliche Stadtmobiliar, einschließlich solcher Möbel, die auch der Freizeit oder Entspannung dienen.
Nach der Änderung lautet Artikel 3, Absatz 9 nun:
„Es ist untersagt, sich auf Parkbänken hinzulegen, wenn dadurch das gepflegte Stadtbild gestört wird. Es ist weiters untersagt, sich auf der Straße, auf Plätzen, Gehsteigen oder unter den Lauben auf den Boden zu setzen oder hinzulegen, wenn dies zu offensichtlichen Behinderungen führt oder das gepflegte Stadtbild gestört wird.“
Nach Anhörung der Berichte der Gemeinderatsmitglieder Cologna, Brancaglion und Dragogna stimmte der Gemeinderat elektronisch über den Antrag ab. Mit 40 Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde der Änderungsantrag von Repetto angenommen.
Diese Änderung stellt jedoch keine echte Aufhebung des Verbots dar. Stattdessen erhält der/die diensthabende Polizeibeamte/in weitreichende Ermessensspielräume, selbst zu definieren, wann das „gepflegte Stadtbild“ gestört wird. Kritisch ist, dass dies soziale Ungleichheiten verstärkt: Menschen, die ohnehin wenig Raum und Sichtbarkeit haben, sind stärker von Repression betroffen. Statt Inklusion zu fördern, verschärft die Regelung die Ausgrenzung sozial Schwacher. Unsere Forderungen sind damit noch nicht erreicht – wir werden weitermachen.









Hinsetzten. Hinlegen. Dableiben.
-Band Edition
–02. Juli 2025–
Da in der letzten Sitzung des Gemeinderats lediglich Formalia und die Vereidigung der neuen Mitglieder behandelt wurden, war der Änderungsantrag zur Stadtpolizeiordnung auf diesen Tag verschoben worden. Daher fand erneut ein Flashmob vor dem Rathaus statt. Dieses Mal begleitete eine lokale Band die Aktion musikalisch, wodurch die Atmosphäre lebendig und einladend wurde. Aufgrund des Nichterscheinens der notwendigen Mehrheit durch die Regierung kam es spontan zu einem Boykott der Sitzung durch die Oppositionsmitglieder, die sich den Demonstrierenden auf den Boden setzten und die Sitzung verweigerten, um ein deutliches Zeichen zu setzen. Dadurch konnte der Änderungsantrag erneut nicht behandelt werden.








Hinsetzten. Hinlegen. Dableiben.
– Pride Edition
–05. Juni 2025–
Kurz vor dem ersten Sitzungstag des neu gewählten Gemeinderats von Bozen versammelten sich erneut zahlreiche Menschen, diesmal direkt am Rathausplatz, zu einem Flashmob. Die Aktion wurde in Zusammenarbeit mit Südtirol Pride organisiert, um ein deutliches Zeichen für einen inklusiven und solidarischen öffentlichen Raum zu setzen und gleichzeitig auf die fehlende Schirmherrschaft aufmerksam zu machen.
Die Teilnehmerinnen forderten die neuen Gemeinde*rätinnen auf, ihre Haltung zu überdenken und sich für eine Stadt einzusetzen, die Platz für alle bietet – unabhängig von sozialer Herkunft, Status oder Identität. Die Botschaft war klar: Wer eine solidarische und lebenswerte Stadt will, muss Verantwortung übernehmen und aktiv an der Veränderung der Stadtpolizeiordnung mitwirken.





Hinsetzen. Hinlegen. Dableiben.


–14. Mai 2025–
Kurz vor der Stichwahl des Bürgermeisters veranstaltete Bozen Fiorisce erneut einen Flashmob am Waltherplatz. Zahlreiche Menschen kamen zusammen, um ein klares Zeichen zu setzen: Das Thema des Verbots, sich auf Bänken niederzulegen oder auf den Boden zu setzen, ist für viele Bürger*innen nach wie vor von großer Bedeutung. Mit der Aktion wollte die Bewegung den Kandidatinnen zeigen, dass nicht nur die öffentliche Meinung beachtet werden muss, sondern dass sich auch eine breite Basis aktiv gegen diese Regelung stellt.


Bozen Discute
–28. April 2025–
Bozen Fiorisce veranstaltete die öffentliche Diskussion „Bozen discute“ in Zusammenarbeit mit und unmittelbar nach dem Flashmob am Waltherplatz. Der Saal der Gemeinde war gut besucht. Unter der Moderation von Renate Mumelter stellten sich die Bürgermeisterkandidatinnen Simonetta Lucchi (5 Stelle), Stephan Konder (SVP), Ab Chniouli (stellvertretend für Angelo Gennaccaro – La Civica), Claudio Corrarati (Fratelli d’Italia), Matthias Cologna (Team K) und Juri Andriollo (PD) den Fragen der Bürgerinnen.
Die Kandidat*innen diskutierten über Begrünung von Plätzen, Mobilitätslösungen, kulturelle und soziale Räume sowie innovative Wohnmodelle wie Co-Housing. Erst gegen Ende wurde das Verbot des Hinlegens auf Bänken angesprochen. Juri Andriollo und Claudio Corrarati verließen den Raum, als die Frage aufkam. Ab Chniouli erklärte: „Wenn ich zurückkommen würde, würde ich mich nicht an die Gemeindeverordnung halten.“ Matthias Cologna bezeichnete die Sitzung des Gemeinderats als „beschämend“: „Als die Verordnung kam, hatten wir das Verbot sofort bemerkt. Beim Änderungsantrag, den wir eingereicht haben, um es zu ändern, hat die Mehrheit zusammen mit der Rechten abgestimmt, mit Ausnahme einiger Enthaltungen bei PD und den Grünen. Nur der Grüne Tobe Planer hat mit uns gestimmt.“ Er schloss: „Das wird eine der ersten Änderungen der Verordnung sein, wenn ich gewählt werde.“
Die Veranstaltung machte deutlich, wie stark die Bürger*innen die Gestaltung des öffentlichen Raums interessiert und wie kontrovers die Regelung des Hinlegens auf Bänken diskutiert wird.
Siehe auch: salto.bz









Hinsetzen. Hinlegen. Dableiben.
–28. April 2025–
Studierende der Universität Bozen organisierten am 28. April 2025 den Flashmob „Hinsetzen. Hinlegen. Dableiben.“ als Reaktion auf das Verbot, sich auf den Boden zu setzen oder auf Bänken zu liegen. Auf diese Weise machten sie sichtbar, wie wichtig öffentliche Räume für Inklusivität und Zugänglichkeit sind. Rund 70 Menschen folgten der Aufforderung, setzten sich oder legten sich auf dem Waltherplatz hin und demonstrierten so, dass städtische Flächen allen Bürger*innen offenstehen sollten, unabhängig von Alter, sozialer Herkunft oder Status. Mit der Aktion wurde der öffentliche Raum nicht nur genutzt, sondern aktiv erfahrbar, als Ort der Begegnung, Solidarität und Gemeinschaft.





Via dante Collective – More than a Bench
–05. April 2025–
Das Via Dante Collective organisierte ein Happening als Reaktion auf das Verbot, sich auf den Boden zu setzen oder auf Bänken zu liegen. Auf spielerische Weise zeigte die Aktion, wie wichtig öffentlicher Raum und Stadtmobiliar für das Zusammenleben sind. Besucher*innen konnten auf Parkbänken verweilen, Kassetten auf einem Walkman hören, Bücher ausleihen oder gemeinsam an einem großen Kunstwerk mitmalen. Zusätzlich hatte das Kollektiv ein eigenes Booklet zum Thema erstellt. So wurde der öffentliche Raum nicht nur genutzt, sondern aktiv erfahrbar, als Ort für Begegnung, Kreativität und Gemeinschaft.






Mehr infos & Quellen
Die Stadt Bozen ist gemäß den Bestimmungen des italienischen Gesetzesdekrets Nr. 33/2013 verpflichtet, Dokumente wie Gemeinderatsprotokolle und Verordnungen öffentlich zugänglich zu machen. Hier ist der Beschluss der Sitzung vom 18.03.25, hier der Beschluss der Sitzung vom 15.07.25. Weitere Beschlüsse des Gemeinderates findest du hier im Archiv.
Die Sitzungen des Gemeinderates werden auch gestreamt, hier findet ihr:
Sitzung des Gemeinderates vom 18.03.2025
Sitzung des Gemeinderates vom 15.07.2025
Zudem kann man sich Im Ratsinformationsportal ganz allgemein über die Arbeit des Gemeinderats informieren.

