Kollektiver Wandel beginnt im Inneren

Rückblick auf den Bündnistag zur inneren Entwicklung auf Schloss Sigmundskron

Am 9. Mai 2026 wurde Schloss Sigmundskron zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und der gemeinsamen Reflexion. Im Rahmen dieses Bündnistags kamen engagierte Menschen, Vereine und Initiativen zusammen, um Netzwerke zu stärken und sich der Frage zu widmen, wie gesellschaftlicher Wandel entstehen kann und was das mit unseren Emotionen und charakterlichen Besonderheiten zu tun hat.

Im Mittelpunkt stand diesmal das Thema „innere Entwicklung“. Motiviert durch die Vorstellung, dass kollektive Transformation auch auf individueller Entwicklung fußt, neben systemischer Veränderung gesellschaftlicher Strukturen. Denn nachhaltige Veränderungen beginnen oft dort, wo Menschen lernen zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen, zusammenzuarbeiten und neue Perspektiven zuzulassen. Gerade in Zeiten sozialer und ökologischer Herausforderungen braucht es Räume, in denen nicht nur Lösungen diskutiert, sondern auch Beziehungen aufgebaut und gemeinsame Visionen entwickelt werden können.

Ein besonderer Programmpunkt war der Vortrag und Workshop von Simon Mohn von Reinventing Society, zum Thema Äußerer Wandel und innere Transformation. In einem interaktiven Format lud er die Teilnehmenden dazu ein, die Verbindung zwischen persönlicher Entwicklung und gesellschaftlichem Wandel neu zu betrachten. Dabei ging es nicht nur um theoretische Impulse, sondern auch um konkrete Erfahrungen von Zuhören, Reflexion und Kooperation.

Vielfältige weitere Beiträge bereicherten den Tag und machten unterschiedliche Zugänge zu Nachhaltigkeit und Gemeinschaft erlebbar. Annalisa Mair gestaltete einen Workshop mit Installation zum Thema ökologische Konnektivität und Biodiversität und lud dazu ein, Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Lebensräumen neu wahrzunehmen. Valentin Innerhofer sprach über Bodenressourcen unter klimatischen Veränderungen und verband seinen Beitrag mit einer besonderen Erdverkostung, die den Boden im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machte. Für Momente der Ruhe und Achtsamkeit sorgte Susanne Burchia mit einer gemeinsamen Meditation.

Auch künstlerische Beiträge fanden ihren Platz: Das Lyrikkollektiv Wilde Stille brachte persönliche und gesellschaftliche Themen poetisch auf die Bühne und schuf Raum für Emotionen, Perspektiven und kritische Gedanken. Den musikalischen Ausklang des Tages gestalteten Valentin Gasser und Band, die mit ihrer Musik bis in den Abend hinein für eine offene und verbindende Atmosphäre sorgten.

Der Bündnistag zeigte einmal mehr, wie wichtig es ist, Räume für echten Austausch, lockeres Beisammensein und gemeinsames Lernen zu schaffen. Über den gesamten Tag hinweg entstanden neue Verbindungen zwischen Menschen und damit Organisationen, die sich in Südtirol für Klimagerechtigkeit, Nachhaltigkeit ganz allgemein und generell dem gesellschaftlichen Wandel auf verschiedene Weise einsetzen.

Ein großer Dank gilt allen Teilnehmenden, Referierenden, Moderator*innen und Künstler*innen, die diesen Tag mitgestaltet haben. Natürlich gilt unser Dank auch dem Messner Mountain Museum Firmian, das uns großzügig unterstützt hat und einen besonderen Rahmen für unseren ersten Bündnistag dieser Art bot. Solche Begegnungen machen sichtbar, dass Veränderung nicht allein durch politische Entscheidungen entsteht, sondern auch durch Menschen, die bereit sind, gemeinsam neue Wege zu denken und zu gehen. Das eine ist mit dem anderen verwoben und bedingt sich gegenseitig in einem komplexen Geflecht an Relationen.

Wir freuen uns auf die nächsten Schritte – und auf ein Wiedersehen bei zukünftigen Bündnistagen und Aktionen aller Couleur!