In den vergangenen Monaten hat das Projekt „Gutes Klima braucht gute Arbeit“ entscheidende Schritte hin zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Klimabewegung und Gewerkschaften in Südtirol gemacht. Was zunächst als Idee begann, ist mittlerweile zu einem tragfähigen Netzwerk gewachsen, das auf Austausch, Vertrauen und gemeinsamen Zielen basiert. Seit Februar 2025 standen Vertreter*innen beider Seiten in kontinuierlichem Dialog. In mehreren Treffen mit CGIL-AGB, SGB-CISL und ASGB wurden nicht nur inhaltliche Schnittmengen ausgelotet, sondern auch die Grundlage für eine langfristige Kooperation gelegt. Schnell wurde klar: Klimaschutz und gute Arbeitsbedingungen sind keine Gegensätze – im Gegenteil, sie können sich gegenseitig stärken.
Ein erstes gemeinsames Handlungsfeld war rasch gefunden: der öffentliche Verkehr. Kaum ein Bereich verbindet ökologische Notwendigkeit und soziale Fragen so unmittelbar. Bessere Mobilität bedeutet weniger Emissionen – und gleichzeitig bessere Arbeitsbedingungen sowie mehr Lebensqualität für viele Menschen. Zudem lässt sich dieses Thema gut in die Öffentlichkeit tragen.
Der Auftakt für die konkrete Zusammenarbeit erfolgte beim Einführungsworkshop am 22. Oktober. Hier ging es vor allem darum, sich kennenzulernen, Erwartungen abzugleichen und die Herausforderungen einer solchen Allianz offen anzusprechen. Gleichzeitig wurden erste Strukturen für Kommunikation und Zusammenarbeit entwickelt.
Beim Vertiefungsworkshop am 5. Dezember wurde es dann strategischer: Im Fokus stand der öffentliche Verkehr als mögliches Kampagnenfeld. Mithilfe einer gemeinsamen Mapping-Übung analysierten die Teilnehmenden die Akteurslandschaft in Südtirol. Wer sind die relevanten Player? Wo gibt es Ansatzpunkte? Welche Bündnisse sind denkbar? Das Ergebnis: ein klareres Bild von Chancen und konkreten nächsten Schritten.

Ein besonderer Höhepunkt war schließlich die öffentliche Veranstaltung „Viaggiamo insieme“, die den Übergang von der internen zur öffentlichen Zusammenarbeit markierte. Ursprünglich für Dezember geplant, musste sie kurzfristig in den Januar 2026 verschoben werden – was der inhaltlichen Qualität jedoch keinen Abbruch tat. Im Gegenteil: Mit 42 Teilnehmenden, vor allem aus den Gewerkschaften, war der Raum an der Universität Bozen gut gefüllt.

Aktivist*innen und Gewerkschafter*innen aus Südtirol, Deutschland und Österreich brachten ihre Erfahrungen aus erfolgreichen Kampagnen ein. Die Beispiele aus Deutschland und Österreich zeigten eindrücklich, wie gemeinsame Initiativen im öffentlichen Verkehr gelingen können – und lieferten konkrete Inspiration für Südtirol.

Die Veranstaltung machte vor allem eines deutlich: Das Potenzial für eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich Klima- und soziale Gerechtigkeit ist groß. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass aus Austausch Vertrauen wachsen kann – und aus Vertrauen gemeinsames Handeln.
Das Projekt hat damit nicht nur wichtige Grundlagen gelegt, sondern auch einen klaren Ausblick eröffnet: Die Verbindung von Klimaschutz und guter Arbeit ist nicht nur notwendig, sondern machbar. Und sie hat gerade erst begonnen.
ReFerent*Innen:
Öffentlicher Transport Südtirol
Hans Joachim Dalsass – Fachsekretär Gewerkschaft für Transport und Verkehr ASGB
Klaus Untersteiner – Busfahrer aus dem Pustertal
Wir Fahren Gemeinsam (Österreich)
Florian Guggenbichler – Landessekretär, FSG-VIDA Tirol
Leo Walz – Aktivist
Johanna Pissarek – Aktivistin (online)
Wir Fahren Zusammen (Deutschland)
Robin Schäfer – Aktivist* aus Leipzig (online)
Climate Action South Tyrol (CAST)
Jess Delves, David Hofmann
Kris Krois – Master in Eco-Social Design (unibz)

